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Güterwagons auf Gleisen bei Tag

Glossar

Antragsteller
Als zur Bestellung von Grund- und Zusatzleistungen berechtigte Antragsteller gelten Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie im Güterverkehr auch andere Unternehmen, welche an der Durchführung des Eisenbahnverkehrs interessiert sind.

Bestellkonflikt
Die Unmöglichkeit, zwei oder mehrere sich gegenseitig behindernde Trassenanträge zuzuteilen.

First come – first served
Im unterjährigen Fahrplan werden Anträge nach der Reihenfolge ihres Eintreffens bei der TVS im Rahmen der Restkapazität bearbeitet. Man spricht von „first come - first served?.

Güterverkehrskorridore
Wichtige internationale Strecken, auf denen grenzüberschreitender Schienengüterverkehr abgewickelt wird.
Für die Schweiz sind vor allem die beiden Güterverkehrskorridore Rhein - Alpen und Nordsee - Mittelmeer relevant. Die Bahnkorridore sollen mit dem einheitlichen europäischen Zugssteuerungs- und -beeinflussungssystem ERTMS ausgerüstet werden.
Seit dem 9. November 2010 ist in der EU die Verordnung 913/2010 zur Schaffung eines europäischen Schienennetzes für einen wettbewerbsfähigen Güterverkehr in Kraft. Darin wurden zusätzliche Verfahren eingeführt, um die Zusammenarbeit zwischen den europäischen ISB und Trassenvergabestellen bei der Zuweisung von grenzüberschreitenden Zugtrassen für Güterzüge zu intensivieren.

Konfliktlösungsverhandlungen
Koordinationsverfahren zur Behebung eines Bestellkonflikts. Die Trassenvergabestelle und die betroffene ISB suchen gemeinsam mit den am Konflikt beteiligten EVU nach zumutbaren alternativen Trassen bzw. Zusatzleistungen.

Network Statement (Netzzugangs- und Netznutzungsbedingungen)
Jede Infrastrukturbetreiberin kommuniziert die Bedingungen und Vorgaben zur Nutzung ihres Schienennetzes (Network Statement). Die TVS publiziert darin die geltenden Bestell- und Zuteilungsbedingungen für Trassen und Zusatzleistungen. Die Bedingungen gelten für alle Antragsteller und Netznutzer gleichermassen.

Netznutzungskonzept (NNK) und Netznutzungspläne (NNP)
NNK und NNP dienen dazu, die Kapazitäten für den Güter- und Personenverkehr auf dem schweizerischen Schienennetz gleichberechtigt zu sichern und beiden Verkehrsarten langfristig ein attraktives Angebot zu ermöglichen. Sie werden durch SBB Infrastruktur im Auftrag des BAV erarbeitet und gelten als zentrales Zuteilungskriterium bei der Trassenvergabe.
Das NNK legt für sämtliche Abschnitte des Schienennetzes die geplante Trassennutzung durch den Personen- und Güterverkehr für eine Modellstunde fest. In den NNP wird die Trassensicherung bezogen auf die einzelnen Fahrplanjahre jeweils ab sechs Jahre vor dem jeweiligen Fahrplanjahr detailliert und bei Bedarf nachgeführt. Der Bundesrat genehmigt das NNK und das BAV die NNP. Die NNP dienen als Grundlage für die Trassenvergabe.

Prioritätenregel im Netzzugang
Scheitert bei Trassenkonflikten die Koordination, trifft die TVS die Zuteilungs- und Ablehnungsentscheide. Sie tut dies auf Basis der geltenden Prioritätenregeln, welche im Eisenbahngesetz (EBG), in der Eisenbahn-Netzzugangsverordnung (NZV) und der Verordnung des BAV über den Eisenbahn-Netzzugang (NZV-BAV) festgehalten sind.

Rahmenvereinbarung
Vertrag zwischen einem Antragsteller und einer Infrastrukturbetreiberin. Die Infrastrukturbetreiberin sichert dem Antragsteller über eine Bestellperiode hinaus Kapazitäten zu, der Antragsteller verspricht die Bestellung dieser Kapazitäten. Kapazitäten sind nicht exakt definierte Trassen, sondern die Gewähr, innerhalb einer zu vereinbarenden Bandbreite Trassenangebote zu erhalten.

Trasse
Eine Trasse (ähnlich einem Slot in der Luftfahrt) ist die Berechtigung, eine bestimmte Strecke des Bahnnetzes zu definierten Zeiten mit einem spezifischen Zug (Länge, Gewicht, Profil, Geschwindigkeit) zu befahren.

Trassenantrag
Mit „Trassenantrag” werden die jeweils am 2. Montag im April für den Jahresfahrplan sowie die im unterjährigen Fahrplan durch EVU oder bestellberechtigte Dritte eingereichten Trassenanmeldungen bezeichnet.

Trassenkatalog
Ab 2. Montag im Januar für das Folgejahr veröffentlichtes Angebot vorkonstruierter Trassen für den Güterverkehr auf den Nord-Süd-Achsen Gotthard und Lötschberg-Simplon als Bestellgrundlage für Trassenanträge.
Zum gleichen Zeitpunkt werden gestützt auf die EU-Verordnung 913/2010 zudem spezielle, international harmonisierte und gegenüber anderweitiger Nutzung geschützte Katalogtrassen publiziert.

Zusatzleistung
Zusatzleistungen sind von den Infrastrukturbetreiberinnen angebotene Leistungen, die ein Verkehrsunternehmen zur Nutzung einer Trasse zusätzlich nachfragen kann. Beispiele sind das Abstellen von Zügen und das Rangieren in Rangierbahnhöfen

 

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